Jour fixe zum Thema "Klimawandel und Migration"

Am 12. Juni fand unser letzter Jour fixe statt, dieses Mal mit unser Ehemaligen Sarah Rüffler aus der Promo 2002-2005. Vor der Selbstständigkeit hat Sarah zunächst bei Siemens in der Unternehmenskommunikation, bei der GIZ im Wissensmanagement und in einem BMZ-Vorhaben in Algerien gearbeitet. Durch ihre über die Jahre gewonnene Expertise zu den Themenfeldern Migration und Klimawandel wagte sie schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit mit Climate of change, wo sie zur Schnittstelle von beiden Themenfeldern arbeitet.

Genau diese Schnittstelle käme in den politischen Debatten zu kurz, da die Themenfelder Migration und Klimawandel oftmals separat voneinander betrachtet würden. Dabei seien die Herausforderungen, die sich gerade aktuell im Migrationsbereich stellen durchaus mit Herausforderungen aus dem Bereich Klimawandel vergleichbar, sodass Lernpotenzial bestehe. Das fehlende Zusammendenken von Klima und Migration sei vor allem auf die unklare Rechtslage zurückzuführen, da die Frage des Rechtsstatus von klimaindizierter Migration bislang offen ist. Es gilt als sehr unwahrscheinlich, dass die Genfer Flüchtlingskonvention, in der der Flüchtlingsstatus festgelegt wird, entsprechend modifiziert werden wird. 

Gleichzeitig existieren durchaus Ansatzpunkte auf nationaler und globaler Ebene, die klimainduzierte Migrationsprozesse adressieren: Neuseeland diskutiert aktuell über einen eigenen Flüchtlingsstatus für Klimaflüchtlinge und die UN engagiert sich dafür, Prozessen der Desertifikation entgegenzuwirken, um Perspektiven in den Herunftsländern zu schaffen und so klimainduzierte Migration zu reduzieren.

Diese Prozesse sind positiv, aber nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“. Was fehlt ist die systematische Auseinandersetzung mit diesem Zusammenhang.

Wir bedanken uns bei Sarah sowie bei den Teilnehmern aus Aktuellen und Ehemaligen für die spannende Diskussion !